SEMINAR
MBLL-Seminar: 8 Wochen Kurs zum Thema "Mindfulness Based Living & Learning (MBLL)"
zum MBLL-Seminar

Transformations-Partnerin:
Lena Mayer

Gemeinsam Lernen, Gestalten, Transformieren

Icon Organisationsentwicklung
Lieblingsmethode aus Psychologie & Coaching:

Die Bildschirmtechnik für Perspektivwechsel & Reframing:

Die Bild-, TV- oder Screen-Technik ist eine Methode aus dem Coaching. Sie wird häufig in den Bereichen mentales Training, innere Bildarbeit oder systemische Arbeit verwendet. Sie nutzt eine metaphorische Vorstellung eines Bildschirms oder Fernsehers, um innere Bilder, Gedanken, Erinnerungen oder Emotionen zu betrachten, zu verändern oder zu verarbeiten.

Einsatz: Die Methode dient dazu Distanz aufzubauen zu belastenden erlebten Situationen oder in der Zukunft liegenden Ereignissen (Dissoziation), um diese neu einzuordnen und neue Perspektiven und Erklärungsmöglichkeiten zuzulassen.

Ziele:

  1. Distanz schaffen zu belastenden Gedanken oder Erinnerungen
  2. Emotionale Regulation durch Perspektivwechsel: vom Erleben zum Beobachten!
  3. Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen, indem die Szene „bearbeitbar“ wird: z.  die Gräusche leiser stellen, die Szene anhalten, zurück- oder vorspulen

Hintergrund:

Die Technik basiert auf Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie (z. B. imaginative Exposition), systemischen Therapie (Arbeiten mit inneren Bildern und Positionen), Hypnotherapie nach Milton Erickson, NLP (Neurolinguistisches Programmieren), EMDR (die Vorstellung, belastende Szenen neu zu verarbeiten), und embodiment-orientierten Methoden, bei denen Wahrnehmung und Vorstellung zusammenwirken.

Anleitung:

(Einleitung) „Stell dir vor, du sitzt in einem ruhigen Raum vor einem großen Bildschirm. Du hältst eine Fernbedienung in der Hand.“

(Sicherheit & Kontrolle schaffen) „Du kannst den Film jederzeit anhalten, den Ton leiser stellen oder abschalten. Du bestimmst, was passiert.“

(Distanziertes Erleben durch Beobachtung) „Auf dem Bildschirm läuft nun die Szene, die dich beschäftigt. Du siehst sie von außen – wie ein*e Zuschauer*in. Du bleibst in dieser beobachtenden Haltung.“

(Szene beschreiben lassen)

„Was nimmst du wahr? Was siehst du an Gestik, Mimik oder Bewegungen? Was hörst du?…“

Je nach Fall, kann man dann wie folgt weitermachen:

A (Gestaltungsmöglichkeiten anbieten)
„Was würdest du gern verändern? Möchtest du jemandem etwas sagen lassen? Jemanden in die Szene holen? Das Ende anders gestalten?“

B (Empathie für das eigene Ich aufbauen)
„Was braucht das Ich in der Situation, was du von außen gerade klar sehen kannst, was der Person in der Situation nicht möglich ist zu sehen oder zu fühlen? Worte, eine Geste, ein Symbol…?“

Nun ist es möglich in die Assoziation zu wechseln.

…wenn Klient*innen etwas einfällt, was sie hineingeben wollen, in die Situation:

„Wenn du möchtest, kannst du jetzt in die Szene hineingehen. Überreiche deinem früheren/zukünftigen Ich das, was du mitgebracht hast – eine Nachricht, ein Symbol oder eine Geste. Schau neugierig, was passiert.“

Danach kann wieder in die Dissoziation gewechselt werden und wie in A. Gestaltungsmöglichkeiten anbieten, die Szene abermals aus Distanz betrachtet:

„Nun betrachte die Szene erneut von außen – mit dem, was du hineingegeben hast. Was hat sich verändert?“

…wenn nichts eingebracht werden soll
Wenn kein Impuls kommt, etwas zu verändern, ist das völlig in Ordnung. Es reicht oft, die Szene aus der Außenperspektive zu beobachten. Je nach Bedarf kann die Begleitung hier Impulse geben oder Angebote machen – z. B. hilfreiche Emotionen, Gesten oder Symbole anbieten, die dem Ich in der belastenden Situation guttun könnten.

REF: Sternek, K. (2014). Über den Einsatz und die Wirkungsweise von “Bildschirm-Techniken”. Phänomenal–Zeitschrift für Gestalttheoretische Psychotherapie, 6(1), 20-29.

 

Kurz-Vita von Lena Mayer
Lena Mayer ist Organisationspsychologin und Innovation Coach. Ihre Coachings reichen von Design Thinking Teamsettings über Führungskräftetrainings bis hin zu psychologischen Einzelcoachings für berufliche Themen wie Teamdynamik, Leadership und Weiterentwicklung.

Neben der Praxis forscht Lena zum Innovationsverhalten von Mitarbeitenden in unsicheren Zeiten und lehrt regelmäßig gemeinsam mit Isabell Osann an der Hochschule Biberach (HBC). So verbindet sie ihr Interesse an Innovation und Psychologie und setzt in ihrer Arbeit auf die Verzahnung von Forschung und Praxis.

Im Rahmen des HPI-Stanford Design Thinking Research Programs entwickelte Lena gemeinsam mit Forschungskolleginnen Online-Kurse zum Thema Design Thinking. Weltweit haben sich insgesamt über 25.000 Interessierte eingeschrieben. Als Alumna der HPI d-school leitet sie Workshops im industriellen und akademischen Kontext.